Preisgericht zum Neubau unseres Gemeindehauses

Wie im letzten Gemeindebrief bereits angekündigt, lief ein Architektenwettbewerb. Leider hatten nur fünf der acht angefragten Büros mitgemacht. Noch am 16. Dezember traf sich das Preisgericht.

Zuerst hatte der Kirchenvorstand Bedenken, da aus der Gemeinde nur die Pfarramtsführerin Pfarrerin Wagner in dem achtköpfigen Gremium stimmberechtigt war. Es würden Menschen, die nie in dem Gemeindehaus Veranstaltungen erleben werden, über die Räumlichkeiten entscheiden. Doch die Sorge war unberechtigt. Sehr sorgsam wurden die Entwürfe von allen besprochen und auch die Voten der vier Kirchenvorstandmitglieder ohne Stimmrecht genau gehört. So wurden die fünf eingereichten Entwürfe - von denen zwei das Mesnerhaus entfernten, drei es mit einbezogen - intensiv diskutiert. Danach zeigte sich sehr deutlich, dass nur zwei davon in die engere Auswahl kamen – beiden Entwürfe sahen vor, das Mesnerhaus zu erhalten. (Auch darüber wurde einzeln abgestimmt).

Lange wurden danach die Vor- und Nachteile der Entwürfe diskutiert, die auch jeweils (sehr interessant!) ein unterschiedliches Kirchen- und Gemeindebild darstellten. Ist die Kirche ein Schutzraum mit einem klar definierten Drinnen und Draußen oder ein offenere, niederschwelliger Raum, bei dem jeder Nähe und Ferne selbst bestimmen darf?

Bei der Abstimmung fiel die Wahl mit 7:1 deutlich auf die zweite Variante. Auch die nichtstimmberechtigen Kirchenvorstände waren der Meinung, dass unser Kirchen- und Gemeindehaus offen und einladend werden soll, ohne große Mauer zur Martin-Luther-Straße.

Dann musste der Kirchenvorstand schnell entscheiden, denn der Zeitdruck ist groß. Bereits am zweiten Tag nach den Weihnachtsferien trat er zusammen. Auch hier war die Entscheidung eindeutig und einstimmig für den Entwurf des Architektenbüros Grill und Köppel.

Ich bitte um Verständnis, dass wir angesichts des Zeitdrucks und der so übergroßen Deutlichkeit des Votums für diesen Entwurf schnell und ohne nochmalige Gemeindebefragung weiterplanten. Denn dies hätte nicht die Verzögerung um ein oder zwei Monate bedeutet, sondern um ein ganzes Jahr! Das Nadelöhr ist der Verteilungsausschuss der Landeskirche, der ausschließlich im Juli tagt. Er benötigt schon eine detaillierte Vorplanung, die die Architekten noch leisten müssen.

Nun wurden bereits Proben aus dem Gebäude genommen, um den Schadstoffgehalt zu überprüfen (zu sehen an den Klebestreifen an einigen Stellen des alten Gemeindehauses) und unser Grundstück genau vermessen. 

Carola Wagner