Israelreise 2012

Pilger- und Studienreise ins Heilige Land
10. bis 17. November 2012
 Das Heilige Land „begeistert“ seit Jahrtausenden. Wir spürten dieser Begeisterung nach und reisten nach Haifa, den See Genezareth, Jerusalem, Bethlehem, Massada und viele weitere Orte, die wir aus der Bibel kennen und bis heute Menschen beeindrucken.
Vom 10. bis 17. November 2012 waren wir unterwegs im Heiligen Land.
Nun sind wir gut und sicher wieder zurück. Wie es uns ergangen ist, hat Barbara Czekalla zusammengefasst:

Israel – ein “kleiner” Reisebericht

 

Im November 2012 sind 29 Gemeindemitglieder – einige auch Dazugestoßene – nach Israel gepilgert.

Unser Pfarrer Benjamin Lorenz hat in einer über einjährigen Vorbereitungszeit diese Woche für uns ausgetüftelt. Obwohl unser vorgesehener Reiseleiter vor Ort im Oktober so schwer erkrankte, dass er die Reise nicht leiten konnte, bekamen wir ein großes Geschenk: Pfarrer Hans-Georg Strauch aus Zusmarshausen ist drei Wochen davor noch eingesprungen und hat uns alle an seinem Wissen und seiner Liebe für das Land teilhaben lassen.

So ging es am 10. November in aller “Herr-Gotts-Frühe” in Mering, Geltendorf und Althegnenberg/Mittelstetten los Richtung Flughafen. Um 6.30 Uhr war Treffpunkt. Und alle waren pünktlich da und voller Erwartungen.

Pfarrer Strauch hat uns dann gleich vor dem Einchecken mit einer dicken Begleitmappe eingedeckt, so war auch dem letzten Illusionisten klar, Erholungsurlaub wird das nicht!

Nachmittags waren wir dann in Israel, schon bei ziemlich heftigen Wind, aber noch trocken. Die erste Fahrt ging nach Jaffa, und anschließend nach Tel Aviv an den Rathausplatz, an die Stelle, an der Jizak Rabin 1995 erschossen wurde.

In Netanja am Mittelmeer befand sind unsere erste Bleibe. Mittlerweile wuchs der Wind zum Sturm und Regen. Für die Einheimischen ein Segen, für Touristen …...

Morgens ging es dann zeitig los Richtung Caesarea Maritima, die römisch-hellenistisch ausgebaute Residenz des Herodes und spätere Hauptstadt des römischen Palästina. Weiter ging es über Haifa – ein kurzer Stop an den Bahai-Gärten – nach Akko, der Kreuzfahrerstadt. Dort kosteten wir zum ersten Mal Falafel und Humus, und gestärkt besuchten wir die Ahmad al-Jezzar-Moschee. Danach stand die Zitadelle auf dem Programm, einige schlenderten aber lieber durch den Basar. Danach ging‘s mit dem Bus weiter über das Karmelgebirge zum Berg Tabor, den wir knapp vor Schließung der Verklärungsbasilika erreichten. Außerdem durften wir die herrliche Aussicht mit Sonnenuntergang und Wetterleuchten genießen. Übrigens regnete es immer dann, wenn wir im Bus saßen. Optimales Timing!

In Nof Ginosar am See Genezareth durften sich die müden Häupter endlich zur Ruhe begeben.

Denn am Montag ging‘s mal wieder früh los, um mit dem Boot auf den See hinauszufahren. Uns zeigte er sich nicht stürmisch, so mussten wir uns die Stillung des Sturm glücklicherweise nur vorstellen. Anschließend besuchten wir Kafarnaum, die Heimat des Petrus, und Tabgha, den Ort der Brotvermehrung. Hier feierten wir einen wunderschönen Gottesdienst mit Blick auf den See. Ein Ort der Stille und Spiritualität!

Außer uns war noch ein Clan von Klippdachsen dabei, die fanden es wohl auch sehr entspannend.

Nachmittags ging‘s dann in den Norden zu einer der Jordanquellen – Banjas. Hier schöpften wir Jordanwasser für zu Hause und wollten dann über den Golan zurück. Da es aber am Tag zuvor Blindgängereinschläge gab, planten wir um. Eine Einladung eines Angestellten des Hotels, er Beduine und seine Frau Dänin, zu sich nach Hause, füllte unseren Nachmitag.

Dienstag Früh, 5.45 Uhr, fünf Mutige (andere Bezeichnung für verrückt) begeben sich zum See, nicht um darauf zu laufen, sondern dem Sonnenaufgang entgegen zu schwimmen. Ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte!

Dann die lange Busfahrt nach Süden. Immer im Jordantal mit Blick auf Jordanien. Besuch der Schriftrollenfundstelle Qumran und der Stadt Jericho, der vermeintlich ältesten der Welt. Auf dem Weg nach Jerusalem hoch noch ein Halt am Wadi Qelt, mit herrlichen Blick über die judäische Wüste und dem Georgenkloster. Kurz vor dem Dunkelwerden waren wir in Jerusalem auf dem Ölberg, der erste Genussblick über die Altstadt.

Und das erstemal durch den Checkpoint nach Bethlehem, unserer Bleibe für die letzten vier Tage.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Altstadt Jerusalems. Hier trafen wir auf Esther Janis, die uns für eineinhalb Tage diese Stadt näherbrachte. Pfarrer Strauch teilte die Gruppe, er führte durchs christliche und  Esther durchs jüdische Jerusalem. Viel wurde an diesem Tag gesehen, Synagogen, alte Ausgrabung, die Kotel – Klagemauer, Via Dolorosa, Anastasis – Grabeskirche, Annakirche... Und viel gehört und erfahren. Spätersten hier wird dann der Entschluss gefasst, “nächstes Jahr in Jerusalem”!

Am Abend im Hotel besuchte uns unsere Reiseleiterin in Bethlehem, um uns von der Situation der christlichen und muslimischen Palästinensern zu erzählen.

Donnerstag war dann der Vormittag für die Neustadt Jerusalem reserviert. Zum einem die Gedenkstädte Yad Vashem und das Israelmuseum mit dem Schrein des Buches.

Nachmittags ging es dann nach Bethlehem und Beit Jala. Kadra erwartete uns nach dem Checkpoint und zeigte uns El Khadre, die St. Georgskirche, Gotteshaus für Christen und Muslime gleichermaßen. Wir besuchten die Salomonteiche, die bis in die britische Zeit noch für die Wasserversorgung von Jerusalem genutzt wurden. Und schließlich stand die Geburtskirche auf dem Programm. Mit viel Glück kamen wir vor der abendlichen Schließung rein, und konnten in der Geburtsgrotte zusammen singen und beten.

Abends besuchten uns Amal Nasser von “Tent of Nations”, die uns vom jahrzehntelangen friedlichen Streit einer Bauernfamilie um ihr Land erzählten, dass 1991 zum “israelischen” Staatsland erklärt wurde. Viele von uns nutzten die Gelegenheit, eine Patenschaft für einen Olivenbaum zu übernehmen.

Freitags ging‘s zum Toten Meer runter, und das wirklich, auf fast 400m unter Null. Hier besichtigten wir die Ruinen der Festung Massada. Danach durften wir entweder ein Bad im Meer nehmen (Tauchen nicht erlaubt) oder in der Enklave En Gedi wandern.

Abends wurde es in Bethlehem nach der Eskalation im Gazastreifen auch etwas unruhig. Wir erlebten Molotowcocktail werfende Jugendliche in der Nähe vom Checkpoint, und eine sehr gedrückte Stimmung. Diese Erfahrung hat mich viel sensibler für den Nahostkonflikt gemacht.

Am nächsten Tag ging es wieder nach Deutschland zurück. Widererwarten lief alles ganz problemlos am Checkpoint, so dass wir die Zeit noch für einen Besuch in Abu Gosh, den angeblichen Ort Emmaus nutzen konnten. Im Garten des Klosters hielten wir eine Abschlußandacht und unter üppiger Vegetation nochmal ruhig und dankbar auf die vergangene Woche zurückblicken.

In Latrun, bekannt durch die bedeutete Lage an der Straße nach Jerusalem im Unabhängigkeitskrieg, liegt ein Trappistenkloster, das hervorragende Weine und Öle herstellen. Wir halfen hier gerne bei dem Export nach Deutschland.

Und nun schlussendlich der Weg zum Flughafen. Wir alle sind wieder gesund zuhause angekommen, was man ruhig mit einem “Gott sei Dank” quittieren darf!

Isr

Bericht: Barbara Czekalla